EMS Tour endet nicht wie erhofft

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Der Ems Radweg ist einer der schönsten Flussradwege in Deutschland. Er führt mich von den Emsquellen in der Senne, einem Naturschutzgebiet am Rande des Teutoburger Waldes, bis zur Emsmündung in Emden, einer Hafenstadt in Ostfriesland. Auf dem Weg begleite ich die Ems, die sich malerisch durch idyllische Landschaften, historische Städte und spannende Erlebniswelten schlängelt.

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Ich starte meine Tour am Paderborner Bahnhof, wo ich mit dem Zug aus dem Sauerland angekommen bin, von hier aus fahre bis zu den Emsquellen. Dann steige ich auf mein E-Bike und folge dem gut ausgeschilderten Ems Radweg, der mich zunächst durch die Senne führt, eine Heidelandschaft mit Mooren, Wäldern und Wiesen. Ich genieße die Ruhe und die frische Luft, bevor ich die erste Stadt auf meiner Route erreiche. Hinter Rehda-Wiederbrück weich ich dann vom eigentlichen EMS Radweg etwas ab, denn auf den ersten Kilometern ist es nicht grade einfach einen Schlafplatz zu finden. Glücklicherweise wohnt Philip in Gütersloh, was für mich nur ein Mini Umweg bedeutete, dafür hatte ich für die erste Nacht der Tour noch ein richtiges Bett.

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Am nächsten Morgen meint Philip sogar, das er ein paar Kilometer mitfahren würde, juhu, endlich war ich nicht immer alleine auf meinen Reisen, auch wenn es nur für paar Kilometer war. In Warendorf etwa 15 Kilometer vor dem Campingplatz trennten sich dann unsere Wege wieder, es war echt schön mal mit jemanden zusammenzufahren, denn so verging die Zeit wie im Flug. Für die zweite Nacht hatte ich kurz vor Telgte einen Campingplatz reserviert.

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Ich war positiv überrascht, dass diesen Radweg doch so viele Leute fahren, denn auf der Strecke hat man so gut wie niemanden gesehen und wenn doch, dann waren das meistens Leute die ohne Gepäck gefahren sind. Mit der einen oder anderen Person kommt man dann ins Gespräch, Nora war mit ihrem Hund James auf Tour, sie wollte erst den EMS Radweg fahren und dann über Holland wieder zurück nach Hause, denn mit einem Lastenrad hat man mit der Bahn ein Problem, diese werden in Zügen nicht mitgenommen. Die Planung von mir und Nora war identisch bis auf die Kilometer, die jeder von uns fahren wollte, mein nächster Schlafplatz wäre nach knapp 80 Kilometern gewesen, Nora wollte paar Kilometer mehr machen, ihr Plan war so um die 120 km zu machen. Am Ende hat sie dann ein Schlafplatz über 1 NITE TENT gefunden, der aber knapp 145 Kilometer von Telgte lag. 

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Am nächsten morgen fuhren wir dann gemeinsam zum Becker, wo ich mir ein kleines Frühstück gegönnt habe, wir beschlossen dann die weitere Strecke gemeinsam zu fahren. Da Nora neben dem Lastenrad auch noch ein Gravelbike fährt, merkte man das sehr schnell, dass sie Top Fit war, so nutzte ich sehr oft ihren Windschatten. In der kleinen Mittagspause faste ich den entschluss wieter zu fahen, denn ich wollte wissen was so möglich ist an Kilometern. An diesen Tag gab es auch eine kleine Premiere, denn ich hab meine 5000 km in etwas mehr wie 2 Jahren vollgemacht. So spät wie an diesem Tag hab ich mein Zelt noch nie aufgebaut, gegen 20 Uhr kamen wir dann bei unseren Gastgebern an. Nora kam dann noch auf die Idee, die Zelte einfach unter dem Unterstand aufzubauen, denn so wäre am nächsten Morgen alles schön trocken. 

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Leider trennten sich unsere Wege am nächsten Morgen, denn der Wetterbericht sah für die nächsten Tage nicht wirklich gut aus, spätestens in 3 Tagen war mit starken Regen über mehrere Tage zu rechnen. So fuhr Nora zurück nach Hause und ich weiter den EMS Radweg. Durch die gestrigen Kilometer habe ich zwei Etappen an einem Tag gemacht, denn der eigentliche Campingplatz für den heutigen Tag war bloß 10 Kilometer entfernt. Ich hätte theoretisch die Tour auch heute beenden können. Den bis zu EMS Mündung in die Nordsee waren es nur noch 140 Kilometer, da ich aber eh schon ein Tag gutgemacht habe, beschloss ich nur um die 80 Kilometer bis Papenburg zu machen, denn da war ein Campingplatz der etwas abseits des Radweges lag. 

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Mein erstes Ziel am heutigen Morgen war aber ein Becker für das Frühstück, welcher etwa 10 Kilometer entfernt war. Die gestrige Herausforderung mit den 140 Kilometer merkte ich aber in den Beinen und das trotz eines E-Bikes, mein persönlicher Rekord bis zu diesem Zeitpunkt lag bei 105 Kilometer und davon waren aber gut 30 Kilometer nur Berg ab. Wenigstens weiß ich jetzt, was so machbar ist im Flachen, wenn ich meine nächsten Touren planen werde. Die ersten 60 Kilometer waren noch super zu fahren, dann wurde es aber etwas zäh, denn das Wetter wurde auch immer schlechter. So entschloss ich mich auch heute Essen zu gehen, denn das Wetter war echt nicht mehr so schön wie die Tage davor. Ich hätte heute auch weniger Kilometer machen können, dann hätte ich aber am letzten Tag mehr Kilometer machen müssen.

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Die letzte Etappe bringt mich nach Ostfriesland, und begrüßt mich auch mit dem typischen Wetter, denn heute bekomme ich zu keiner Sekunde die Sonne zu sehen. Auf der letzten Etappe kommt man an einer Schiffswerft vorbei, wo Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Die Region, wo ich grade unterwegs bin, ist für ihren Tee, ihre Inseln und ihren Humor berühmt. Ich radle durch die grünen Emsauen, die ein Paradies für Vögel und andere Tiere sind, und erreiche schließlich das letzte Hindernis meiner Tour. Zum Ende der Tour muss man einmal mit der Fähre auf die andere Seite der Ems fahren oder man müsste einen größeren Umweg über Leer in Kauf nehmen.

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Die Fähre verpasse ich um genau 5 Min, somit hatte ich jetzt genau zwei Stunden Zeit meine Rückreise aus Emden zu planen. Nach meiner kleinen Pause am Fähranleger ging es dann pünktlich um 13 Uhr auf die andere Seite der Ems. Was soll ich sagen, auf den letzten Kilometern der Tour meinte das Wetter mich noch ärgern zu müssen! Keine fünf Minuten vor dem Ziel öffneten die Wolken erst leicht ihre Schleusen, sodass ich es noch grade geschafft habe ein Foto am Ziel meiner Tour zu machen. Jetzt musste ich fünf weitere Kilometer im heftigen Regen zum Bahnhof fahren, klar hätte man den Regen abwarten können, aber dieser hörte erst auf, als ich in den Zug gestiegen bin.

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Fazit:

Der Ems Radweg war jetzt meine dritte Tour über mehrere Tage, es ist auch ein Flussradweg genau wie der Moselradweg, aber es ist ganz was anders als an der Mosel. An der Mosel fährt man wirklich sehr viel am Fluss entlang, hier hingegen hat man von der Streckenführung doch etwas mehr Abwechslung und sieht nicht immer, wo der Weg einen hinführen wird. Alles in allem war es eine wirklich lohnende Tour an der Ems, die Landschaft verändert sich auch während der Tour paar mal. Theoretisch könnte man diese Tour auch in drei Tagen fahren, ich finde aber das man die Landschaft dann nicht so genießen kann, als wenn man sich Zeitlassen würde. Einen kleinen Nachteil hat der Ems Radweg gegenüber anderen Radwegen, hier gibt es leider nicht so viele Campingplätze wie an der VCA oder an der Mosel, daher muss man ganz genau Planen wo man Übernachtet.